Die Jazzmusiker und ihre 3 Wünsche

Neuauflage nach fünf Jahren am 15. März 2014 im Café ADA

 

JazzPension im Ada 2014
JazzPension im Ada 2014

2009 hatten wir das Programm zum ersten Mal im Forum im Rex gespielt. Nun also 2014 eine Neuauflage mit etlichen neuen Mitgliedern in der jazzpension: alle waren richtig bei der Sache.

 

Entsprechend gelungen war das Konzert im voll besetzten Erdgeschoss des Café ADA. Zwei geforderte Zugaben und viele anerkennende Worte von Zuhörern haben das bestätigt.

 

Wie der gewaltige Charles Mingus alles stürmt, alles umrennt und sich um gar nichts schert, dabei konsequent seinen Weg geht und dabei nahezu skrupellos ist: mal erschreckt, mal erheitert es. Hintergründe für das von Miles Davis bekannte skurile Verhalten werden erfahrbar. Die sprachliche Darstellung wird von der Musik unterstützt, bringt Zuhörer zum Nachdenken, ist ein Gesamtergebnis von Tönen und Sprache. Lebensumstände aus der Sicht der Zeit mischen sich mit der Musik, die in diesem Zusammenhang entstanden ist – die Bedeutung der Bezeichnung als Jazzmusiker für Mingus als die ganze Hinten-im-Bus-Sitzen-Scheiße. Die drei Wünsche der Jazzmusiker: für Miles war es, weiß zu sein.

 

Was soll man glauben, meinen, fühlen? Die Musik erscheint im Zusammenhang mit den Bedingungen, unter denen sie entstanden ist. Es ist Musik, die in verschiedenen Emotionen daher kommt. Die Einheit von Texten und Musik bringen den Zuhörern Menschen näher, deren Leben zu großen Teilen Kampf war. Dabei korrespondieren Stimmgewalt und Einfühlsamkeit des Schauspielers Olaf Reitz mit der Musik. Es fällt leicht, die Dynamik der Musik beim Spielen der Dynamik der Sprache anzupassen. Es hat Spaß gemacht zu sehen, wie die Zuhörer sich in dieses live – Hörspiel mitnehmen ließen. Das galt nicht nur für die Szene der eingefleischten Jazzfans, sondern auch für eher jazzferne Zuhörer.

 

Das Konzept eines solchen Programms hat sich mit diesem Konzert erneut bestätigt. Martin Zobel – der Leiter der Big Band – und Olaf Reitz sind mit ähnlichen Programmen auch in kleiner Besetzung erfolgreich unterwegs.

 

Cornelia Fleschke

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