Reisebericht – Jazzfest und Bundesgartenschau 2009

Nach langer Zeit war die Jazzpension wieder unterwegs:

Jazzfest und Bundesgartenschau in Schwerin vom 12. bis 14. Juni 2009.

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Alles war geprobt, alles gepackt – am 12. Juni ging es morgens um 9.00h los. In der Planung waren die Wettervorstellungen etwas anders gewesen als die Wirklichkeit. Aber nach den voran gegangenen Tagen mit vielen Regenschauern waren wir schon mal froh, dass es nicht regnete.

Eigentlich wäre es auch entspannter gewesen, schon am Donnerstag oder gar Mittwochabend zu fahren…
Nun saßen wir erstmal sieben Stunden im Bus, auf der Hinfahrt auch ohne Stau.

Die Unterbringung im Feriendorf Schwerin – Muess war im Vergleich zu unseren bisherigen Fahrten schon fast Luxus. Nach der Ankunft ging es gleich wieder in den Bus zur Musikschule. Die Fahrt mit dem Bus dorthin war atemberaubend. Dem genialen Busfahrer war keine Straße zu eng. Außerdem hatten wir erste Ausblicke auf das Schloss. Die Musikschule selbst ist ein schön restauriertes altes Gebäude, hat auch einen tollen Saal. Das Jazzfest war aber auf einer Bühne im Garten der Schule geplant. Also zunächst Instrumente unterstellen und ein wenig Zeit, bevor das Jazzfest begann.

Die Zeit haben ein paar von uns zum Stadtrundgang genutzt. Das war, wie sich hinterher zeigte, auch die einzige Chance. Die Beleuchtung der Abendsonne tauchte die Stadt und besonders das Schloss in ein warmes Licht. Leider war es nur optische Wärme, keine gefühlte! Zumindest konnten wir den Bestand an Wäscheklammern auffüllen. In einigen Läden waren sie bereits ausverkauft!

Der Abend auf dem Jazzfest mit dem Warten auf unseren Auftritt wurde eine Zitterpartie. Manche Zuhörer hatten Decken dabei, wir leider nicht. Die nordischen Klänge der dänischen Gruppe (von einer befreundeten Musikschule) passten da ganz gut ins Klima. Anschließend versuchte sich das Ensemble SchlagArt (Bergische Musikschule) mit zum Teil lateinamerikanischen Rhythmen an der Erwärmung der Bühne. Als es für uns um 22.30h mit einer Stunde Verspätung los ging, mussten wir feststellen, dass es nichts genutzt hatte. Neben der Kälte machte uns auch der Wind zu schaffen, der mit kräftigen Böen an den Noten zerrte und alles fort riss, was nicht mit dem Klammerbeutel gepudert war! Erstaunlicherweise gab es sogar noch ein paar Zuhörer, die noch nicht erfroren oder geflüchtet waren.

Am nächsten Tag stand dann die BuGa auf dem Plan: zwei Sets in der Mittagszeit bei strahlendem Sonnenschein. Es wäre sicher schön warm gewesen, wenn da nicht der Wind…

Artikel aus der WZ vom 20.06.2009
Artikel aus der WZ vom 20.06.2009

Die Bühne des NDR, auf der wir spielen sollten, hatte keine Planen an der Seite. Die mussten am Vortag entfernt werden, weil sie wegen der starken Windböen einzureißen begannen. So waren wir den Naturereignissen relativ schutzlos ausgeliefert. Das galt allerdings nicht für die Sonne, denn ein Dach hatte die Bühne noch.
Also wurde wieder gezittert und geklammert. Da wir bei Gegenwind spielten, halfen die Klammern auch nicht mehr richtig. Die Böen blähten die Notenblätter wie ein Segel, um sie dann fort zu reißen. Etwas Abhilfe schafften ein paar herbei geschaffte Gummiringe. Notenständer wurden mit tape am Boden fixiert, damit sie nicht mitsamt den Noten umgeweht wurden.

Merke: Goldzack Gummilitze gehört ab jetzt zur Ausstattung!
Das Konzert war gut besucht – die Zuhörer saßen auch schön in der Sonne – und hat uns trotz, manchmal auch wegen der widrigen Bedingungen Spaß gemacht.

Anschließend haben die meisten von uns zumindest einen kleinen Eindruck der BuGa durch einen kurzen Rundgang gewonnen. Wer noch nicht gegessen hatte, musste im Küchengarten davon abgehalten werden. Im Anschluss hörten wir das Konzert von SchlagArt und beobachteten, wie sie mit dem Wind kämpften.

Abends gab’s eine kleine Rundfahrt mit dem Bus.Es sollte etwas zum Grillen gekauft werden. Dazu fuhren wir erstmal zum entferntesten Supermarkt, der bereits geschlossen hatte. Dadurch kamen wir in den Genuss, verschiedene Plattenbauten vom Bus aus besichtigen zu können und erhielten obendrein einen Überblick über die Supermarktlandschaft. Gegen 20.00h wurde der Grill angezündet und so lange warm gehalten, bis die Letzten in’s Bett gingen.

Am nächsten Morgen stand nach dem Frühstück bereits die Rückfahrt an. Einen kurzen Stopp am Strand für ein Gruppenfoto war aber noch drin. Nach etlichen Staus und deren Umfahrungen durch die Landschaft Niedersachsens und verschiedene Autobahnen kamen wir kurz vor 19.00h vor der Bergischen Musikschule wieder an.

Eine schöne, leider zu kurze, aber durch den Wind auch sehr mitreißende Fahrt!

Conny

P.S. Bilder gibt es natürlich auch, und zwar HIER